Wie habt ihr euren Sandplatz & Paddocktrail befestigt?

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten wie man den Untergrund für Pferde zur ganzjährigen Benutzung befestigen kann. Dabei kommt es einerseits auf den vorhandenen Boden an (sandig oder lehmig) und auch auf die Steigung. Wir haben beim Trail teilweise sehr steile Stellen befestigen müssen.

Bei unserem kleinen Sandplatz haben wir uns für folgenden Aufbau entschieden:
Ca. 30 cm hoch haben wir Bruch (Gräder) 0-32 grob verteilt und durch Hilfe von Richtschnüren ein Gefälle eingebaut.
Dann haben wir den Bruch mit einer Rüttelplatte lange kreuz und quer gerüttelt. Dabei entstehen immer wieder Senken, die wir mit Grädder aufgefüllt und wieder gerüttelt haben. (Auf großen Reitplätzen kann diese laute Arbeit eine Walze erledigen.)
Dann haben wir Kies rund 0-16 als Ausgleichsschicht verteilt und mit einer Ziegellatte ganz glatt gestrichen.
 
Darauf wurden Ecoraster E50 verlegt.
 
An den Rändern muss man die Ecoraster genau zuschneiden, da die Erfahrung vom alten Paddock gezeigt hat, an jeder Ecke wo ein Huf hineinpasst, wird auch irgendwann mal ein Huf hineingesetzt.
Die Ecoraster haben wir mit demselben runden Kies verfüllt. Überschüssiges Material haben wir mit einem Besen abgekehrt.
Die Ecoraster wurden dann ca. 8 cm hoch mit Quarzsand bedeckt. (Aus Umweltschutzgründen haben wir uns für einen Belag ohne Plastikvlies-Schnitzel entschieden, da diese sonst mit dem Abmisten auf die Felder gelangen. Bei ausreichender Befeuchtung des Platzes – über einen Regenwassersammeltank – ist die Schwerfestigkeit auch ohne Flies gegeben. Und aufgrund der Staubentwicklung im Sommer kommt man um das gelegentliche Bewässern ohnehin nicht herum.)
Da wir den Sandplatz auch ganzjährig als Paddock benutzen und einiges durch Wind, in den Hufen, im Fell und durchs Abmisten vertragen wird, muss der Sand ca. 2 x pro Jahr nachgefüllt werden. Dadurch ist er aber auch immer schön sauber.
Den Paddocktrail haben wir folgendermaßen befestigt:
Zuerst wurde die Hummusschicht entfernt. Unser Boden ist generell sandig, in tieferen Schichten besteht er aus Flinsch-Granit-Gneis-Gestein. Das ist ein gutes Ausgangsmaterial für einen Weg.
Dann wurden die Zaunsteher mit dem Bagger hineingedrückt, was erstaunlich gut ging.
 
Dann haben wir 20-30 cm hoch lehmhaltigen Gräder 0-16 auf dem Trail verteilt.
 
Der Lehmanteil war sehr wichtig, da der Trail teilweise steil ist und sich andere Schotter nicht gut genug verbunden hätten. Außerdem haben die Steinchen noch eine Größe, die sich beim Abmisten durch die Bollengabel schütteln lässt.
Dann haben wir das Ganze wieder mit der Walze eingerüttelt und fertig!
Der Trail muss auch ca. 1 x pro Jahr gepflegt werden, indem erdige Stellen mit dem lehmhaltigen Bruch aufgefüllt werden. So wird verhindert, dass sich die Erdschicht mit der Tretschicht mischt und er bleibt schön sauber.
Update: Auch nach 5 Jahren funktioniert die Befestigungsvariante sehr gut. Es hat sich herausgestellt, dass das Gefälle eine der wichtigsten Komponenten ist, da die Kieselsteine in den Rasterplatten nach einigen Jahren verstopft sind. Das macht aber nichts, da das Wasser trotzdem unter der Sand-Tretschicht entlang des Gefälles abfliest. Lacken stehen deshalb auch nach starken Regenfällen nicht länger als einen Tag. Im Frühjahr hat man maximal Sand-Matsch, aber keinen Erd-Matsch und immer saubere Pferde, da Sandkrusten durch Wälzen sich (im Vergleich zu Erdkrusten) ganz leicht ausbürsten lassen.