Exemplarische Entwicklungsprotokolle

Muskulatur 7-jährig

  • Serafin ist für einen 7-jährigen Gangpferde Wallach schon richtig schön bemuskelt! Vor allem seine Brustmuskulatur, sein Rücken und sein Oberhals haben sich in den ersten 1,5 Jahren der Ausbildung schon vorbildlich ausgebildet.
  • Zur fortschreitenden Stabilisation seiner weichen Kruppe und Fesseln arbeite ich – neben artgemäßer Haltung mit bis zu 2 km bergigem Waldtrail/Tag und wöchentlichen Spazierausritten – seit Anbeginn viel im langsamen Krafttempo auf dem Sandplatz.
  • Diesmal gings zur Gymnastizierung wiedermal ins Gelände, wo durch den unebenen Boden, die Hangneigung, das verlockende Gras und den Wind alles nochmal schwieriger für ihn ist und das Tempo naturgemäß etwas höher.
  • Umso mehr war ich erfreut wie gut er unter diesen Bedingungen nun schon die Rückenttätigkeit halten kann. Hier ein paar schöne Ausschnitte mit allen Gangarten die dieser Marchador in sich trägt.
  • Auch Bewegtbilder, die man in dieser Kombination zu selten sieht, wie ich finde: Ein kräftiges, ruhiges, motiviertes Pferd, das sich mit seinem Reiter am gebenden Zügel mit mittig angehobenem Widerrist im Gelände zufrieden bewegt.

Von mir ausgebildet

„2 jährig zu uns gekommen, 5 ½ jährig habe ich ihn angeritten, jetzt ist er 7 Jahre. Es ist längst überfällig dass ich euch Serafin unterm Sattel vorstelle!“

..dachte ich gestern bei mir und bin mit der Kamera unterm Arm Richtung Wiese geritten. Dort haben wir dann schöne Aufnahmen gemacht, die ich euch auch noch zeigen werde. Doch als wir heimgekommen sind, war Serafin gerade richtig schön warm und die Kamera ja auch noch zusammengebaut. Also hab ich kurz noch den Ball rausgeholt. Und diese spontane Aktion will ich euch gleich mal zeigen.
Was mir daran so gut gefällt ist, dass es ein Pferd zeigt, dass seinen Charakter behalten konnte – im Fall von Serafin: wild, kämpferisch, impulsiv – und trotzdem über die ersten Ausbildungsjahre ein absolut sicheres Reitpferd geworden ist.
Ich versuche meine Pferde so auszubilden, dass sie in Dialog mit dem Reiter gehen: dass sie sich trauen sich zu äußern, weil sie wissen ihre Bedürfnisse werden gehört, die aber auch akzeptieren können, wenn gerade was anderes dran ist. Serafin ist unser klügstes, kräftigstes und temperamentvollstes Pferd und nicht selten habe ich ihn einen Punk genannt (wie man z.b. in Bezug auf den Ball sieht, hat er mit offen gelebter Konfrontation kein Problem). 
Sehr oft habe ich auch beobachtet, dass er sich nach nur 1x! etwas für immer gemerkt hat – zu meinem Vorteil oder Nachteil, je nachdem. Gerade seine Pubertät war ein Balanceakt, weil manches Verhalten (unaufhörliches Schnappen, Drängeln oder Steigen) eben nicht mehr ok ist und ich trotzdem unbedingt etwas erhalten wollte – eine lebendige Ursprünglichkeit, die mir mitten ins Herz geht. 
Sicherheitshinweis: Bitte macht nur Dinge mit euren Pferden, die euch nicht in Gefahr bringen. Abzäumen aus dem Sattel habe ich natürlich Schritt für Schritt vorher geübt (es gibt auch Pferde die verbeißen sich im Gebiss und gehen durch) und Spielen mit dem Ball aus dem Sattel ist nicht ungefährlich, da das Pferd auch Stürzen kann, wenn es auf den Ball mit den Vorderhufen draufspringt. Ich gestalte es für mich persönlich immer so, dass es sich für mich sicher anfühlt, weshalb ich die Pferde nur mit dem Kopf oder Hufen voran den Ball schubsen lasse. Wenn sie anfangen heftig zu werden oder sich auf den Ball drauflehnen (dann ist das Draufspringen nicht weit), vergrößere ich wieder die Distanz zum Ball. Serafin weiß immer zu 100% genau wann er gefragt ist und wenn ich Stopp sage ist Stopp, sieht man auch in den Videos.
Video: Aufsteigen (er kann es kaum erwarten..), Abzäumen und Loskicken bis zum ersten Volltreffer des Kamerastativs, dann flockiger Galopp links und rechts auf einer 6 m Volte

Gangpferde ausbilden

Destinos Ohrenspiel zu mir bei den für ihn ganz schwierigen Bewegungsabläufen –
Traben, Widerrist anheben und korrekte Rückentätigkeit sind für einen hypermobilen, langbeinigen Tölter wie Destino extrem schwierig, aber zur Gesunderhaltung genauso wichtig wie für Dreigänger. Ich muss wirklich alles (Sitz, Muskeltonus, Rotationsdynamik, Zügelhilfen, Timing, Biegungsgrad, Einstellung) 100% richtig machen, daher ist er mein allerbester Lehrer.

Druckspitzen in der Sattellage

Schon früh hatte ich den Spitznamen Sherlock, weil ich dafür bekannt war genaue Fragen zu stellen und etwaige Widersprüche in der Storyline meiner Eltern zielgenau aufzudecken… Nun kann ich meine detektivische Ader in meinem Beruf entfalten – aktuell komme ich durch mein Impression Pad endlich einigen bereits länger vermuteten Druckspitzen von Kundenpferden auf die Schliche – und ich sag euch, das macht so richtig Freude!
Denn wenn der Sattel wo drückt, hebt das Pferd den Widerrist nicht an und/oder die Rückenmuskulatur baut sich nicht entsprechend der Reitweise auf. Danke auch an dieser Stelle an Frau Konstanze Kopta, die mich für den Zusammenhang zwischen Druckspitzen und Widerristheber sensibilisiert hat.
3 Fallbeispiele von dieser Woche:
Fall 1: Quarter Horse mit Westernsattel – Westernsattel erst vor kurzem gekauft und Baum angepasst, Rückenmuskulatur ok. Doch.. obwohl die Kundin alles super umsetzt und im richtigen Moment alles richtig macht (in Bezug auf spürbasierte Rotationensarbeit usw..), denke ich im Unterricht und „und jetzt..“ müsste das Pferd den Widerrist anheben – und dann tut es das nicht. Daher meine Vermutung, dass der Sattel auf die Widerristheber drückt – Gestern eine Druckspitzenmessung gemacht und siehe da, so war es. Übeltäter 1 überführt.
Fall 2: Warmblut mit Barocksattel – Pferd hebt sich zwar brav im Widerrist, aber nicht ganz so viel wie ich glaube er könnte von seiner Veranlagung her, er tritt ein ganz klein wenig kurz und vor allem die Rückenmuskulatur hinter dem Widerrist baut sich auch über mehrere Wochen des Trainings nicht so auf wie ich denke sie könnte. Heute eine Druckspitzenmessung gemacht und es zeigt sich eine von außen nicht erkennbare (der Sattel lag gut in der Waage), deutliche Druckspitze hinter dem Widerrist! Übeltäter 2 überführt.
Fall 3: Iberer mit Dressursattel – Pferd hebt sich ein bisschen, Rückenmuskulatur fein, aber… das Pferd kippt bei jedem Schritt zu viel im Becken ab. Die Messung zeigt – der Sattel erzeugt eine Druckspitze im hinteren Auflagebereich. Kein Wunder also.. Übeltäter 3 überführt.
Und noch ein Erfahrungswert zum Schluss – Geht das Pferd trotz feinster Reitweise (also vorausgesetzt es hat keine Rückenschmerzen) fortwährend alle paar Schritte immer wieder gegen die Hand und drückt den Rücken dabei weg, zwickt auch häufig der Sattel.
Fazit: Seht & hört auf eure Pferde.
Schönes Wochenende!

21-jähriges Kissing Spines Pferd

Seit Trainingsbeginn im Herbst 2019 dokumentiere ich dieses Fallbeispiel aus meiner Unterrichtspraxis mit Videos. Heute habe ich diesen Zusammenschnitt gemacht, der auch Einblick in meine Arbeitsweise bietet.
Der damals 19-jährige Wallach konnte zu Trainingsbeginn keinen Schritt traben oder galoppieren (auch nicht an der Longe) und war bereits seit vielen Jahren lahm gewesen. Aufgrund der langen Krankengeschichte habe ich dieses Kundenpferd auch tierärztlich untersuchen lassen, um Schmerzfreiheit zu gewährleisten und meinen Trainingsplan abzustimmen.
Durch viel Fingerspitzengefühl, der Arbeit mit der spürbasierten Rotationstheorie und der tollen, intensiven Zuammenarbeit mit seiner Besitzerin kann er nun wieder traben und galoppieren – und wie!!

Supersportliche Figur

meines kleinsten Kundenpferds nach intensiver Zusammenarbeit mit seiner Besitzerin.

Mukis über Mukis und kein Gramm Fett – und für ein Shetlandpony mit Rehevergangenheit und vormals instabilen Knien natürlich auch von großem gesundheitlichen Vorteil!
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Ihr wollt wissen wie?

Wie

Spürbasiertes Reiten mit der Rotationstheorie für korrekte Rückentätigkeit

Gleichgewichts- und Kraftaufbau in der Langsamkeit

Reiten mit 100% Sitz und 0% Gewicht am Zügel

Anheben des Widerrists auf inneres Bild

Förderung faszialer Federkräfte

Schonendes, anspruchsvolles Geländetraining

Artgemäße Haltung mit stabiler Gruppe

..und gänzlich ohne

Ans Gebiss „herandehnen“

„Vorwärts“ treiben

„Abwärts“ schicken

Beine „unter/in den Schwerpunkt“ touchieren

Auch mein 23-jähriger Schimmel sieht für sein Alter noch richtig gut aus.